Auf dem Papier sah die Partie zwischen den Ba-Juniorinnen von Zürich City und FC Effretikon eigentlich klar zugunsten von City aus. Effretikon ist mit 0 Punkten auf dem letzten Platz und City im Mittelfeld. Man muss aber beachten, dass Effi neu in der 1. Stärkeklasse ist und einfach die Erfahrung in dieser Klasse fehlt. Hier werden Fehler vom Gegner sofort bestraft. City war hingegen infolge Abwesenheiten geschwächt und war mit zwei Bb-Spielerinnen und nur einer Auswechselspielerin auf dem Platz. Somit konnte während des Spiels alles passieren, was dann auch so war: Die Zuschauer konnten 90 Minuten lang ein spannendes und nervenaufreibendes Spiel miterleben.

In der ersten Halbzeit waren die FCE-Juniorinnen klar die bessere Mannschaft. In der 20. Minute schoss der FCE das 0:1 und doppelte in der 24. Minute mit dem 0:2 nach. Früher hätten die Juniorinnen von City wahrscheinlich bei so einem Doppelschlag resigniert. Heute ist das aber anders. In der 26. Minute erzielten wir den Anschlusstreffer und in der 39. Minute stellten wir sicher, dass es unentschieden in die Pause geht. Das Resultat hätte aber ganz anders und zugunsten von Effretikon aussehen können. Es fehlte City ganz klar im Abschluss und dank unserer Torfrau – in der ersten Halbzeit die beste Spielerin von City auf dem Platz – konnte schlimmeres vermieden werden. Gegen Ende der Halbzeit musste Arsic mit einem Sprung nach hinten den Ball noch aus dem Tor fischen. Dies mit Erfolg, jedoch knallte sie mit dem Kopf an den Torpfosten und war noch in der Halbzeitpause leicht benommen deswegen.

In der zweiten Halbzeit war nun City dominanter und machte mehr Druck auf den Gegner. Unser Team stand jetzt mehr in der gegnerischen Feldhälfte, denn die Umstellung unseres Trainers im Mittelfeld half das Loch dort zu schliessen. Trotzdem erzielte Effretikon bei zwei Kontern in der 50. und 65. Minute wieder einen Zwei-Punkte-Vorsprung. In der 68. Minute erzielt Kesselmark mit einem für die Torwartin unhaltbaren Bilderbuch-Freistoss unters Lattenkreuz den Anschlusstreffer zum 3:4. Die Freistösse von Julia sind uns bekannt und in der Regel punktgenau. Wieder einmal mehr hat sie ihr können bestätigt. Einen weiteren Freistoss später im Spiel knallte dann aber leider ans Aluminium… Trotzdem hat dieser Anschlusstreffer wieder Kräfte bei City freigesetzt und in der 77. Minute erfolgte der verdiente Ausgleich zum 4:4. Wer denkt, dass das Spiel nach der beinahe 80 Minuten an Dynamik verlor, der irrt sich. Beide Teams erkämpfen sich mehrere Chancen und so geht Effretikon in der 80. Minute zum dritten Mal in Führung. City lässt dies aber nicht so stehen und erzielt in der 82. Minute wieder den Ausgleich zum 5:5. In der Nachspielzeit – in der 93. Minute – geht City zum ersten Mal in Führung und erzielt auch das finale Spielresultat von 6:5.

Das war eine knappe Nummer, die nicht so hätte sein müssen. Aber sehr positiv ist zu werten, dass unsere Mannschaft miteinander und füreinander gekämpft hat. Da tun sich ganz neue Qualitäten auf. Trotz mehrmaligem Rückstand haben sie es jedes Mal wieder geschafft aufzuschliessen und hatten am Schluss noch das Glück den Winner in letzter Minute zu erzielen. Ein grosses Kompliment des Trainers von Zürich City geht an die Mannschaft des FC Effretikon: «Die FCE-Juniorinnen haben es extrem gut gemacht und nächstes Jahr wird dieser Mannschaft ganz vorne mitspielen! Wir freuen uns schon auf das nächste spannende Spiel mit Euch.»